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Was tun, wenn der junge Obstbaum zu wenig treibt und sich totträgt?

Wenn ein Obstbaum in jungen Jahren schon zu schwächeln beginnt, so hat dies fast ausschließlich mit der Wurzel zu tun.

Unterlage

Meist ist die Unterlage, auf der die Sorte veredelt worden ist schuld an der Misere. Wenn der Boden z.B. zu mager ist oder sehr wasserdurchlässig (sandig) oder nicht tiefgründig genug ist, sind M9 oder M26 als Unterlage fehl am Platze. Hier hätte man besser auf eine stärker wachsende wie M4 oder M7 zurückgreifen müssen. Wollen wir dennoch unseren Baum erhalten und zum Vollertrag bringen, so müssen einige Pflegemaßnahmen ergriffen werden.

Wässern

Zuerst sei hier das zusätzliche Wässern erwähnt, was natürlich nur während Trockenperioden in der Wachstumszeit erfolgen soll. Die Wassergaben müssen - ähnlich wie bei Torfpflanzen - so bemessen sein, dass sie bis zu den Wurzeln durchdringen. Es gilt die Regel, lieber kräftig gießen und in größeren Abständen als täglich zu wenig zu geben. Durch durchdringendes Gießen wird nämlich die sauerstoffarme Luft aus dem Wurzelbereich verdrängt. Nach Verbrauch des Wassers (Aufnahme durch Wurzeln und durch Verdunstung) wird dann sauerstoffreiche Luft nachgesogen, was wiederum der Wurzelatmung zugute kommt.

Düngung

Das nächste was wir zur kräftigeren Triebbildung tun können, ist das zusätzliche Düngen. Vielerorts wird dies durch eine Mistpackung und den Stamm praktiziert. Diese Methode ist jedoch nicht immer die Beste, da sich die meisten wasseraufnahmefähigen Wurzeln nicht unmittelbar am Stamm, sondern im Traufbereich der Krone befinden. Außerdem siedeln sich in dem Mistpackungen über Winter oft Wühlmäuse an, die besonders den Unterlagentyp M9 als Speise bevorzugen.Besser ist es daher, die im Handel zu beziehenden organischen Volldünger einzusetzen.

Beim Kauf müssen wir aber darauf achten, dass diesem Dünger Kali, welches in rein organischen Düngern nicht enthalten ist, als Salz beigemengt worden ist. Denn Kali ist gerade für die Stabilität des Holzes, aber auch zur Samenbildung unbedingt erforderlich. Im Allgemeinen genügt es, 80-100 g/qm (bis 150 g) jährlich einmal im Kronenbereich auszubringen. Der Dünger muss leicht in den Boden eingearbeitet werden, da Bodenbakterien die organische Substanz des Düngers erst für die Pflanzen aufnahmefähig machen müssen. Diese Umsetzung durch Bakterien hat den positiven Effekt, dass dies nur langsam erfolgt aber dafür meist die ganze Wachstumsperiode anhält.

Im selben Jahr von der Pflanze nicht aufgenommener Dünger bleibt für das kommende Jahr erhalten, da während der kalten Jahreszeit auch die Bakterientätigkeit im Boden ruht. Ein Überdüngen ist daher nicht so gefährlich wie bei reinen Salzdüngern.

Schnittmassnahmen in der Baumkrone

Auch in der Baumkrone müssen wir versuchen dem Baum zu helfen. Durch Zurückschneiden der Kronenäste und Auslichten der Krone ist ein stärkeres Holzwachstum zu erreichen. Denn Schnitt erzeugt Holz, eine alte Gärtnerregel.

Steilstellen der Seitenäste

Das Steilstellen von Seitentrieben gehört ebenfalls zu den Maßnahmen, um die Triebstärke zu verbessern. Wir wissen, dass alle steilstehenden Triebe im Baum, zumal wenn sie sich im oberen Kronenbereich befinden, stärker wachsen als waagrechtstehende.

Ausdünnung des Obstbehanges

Zu schwach wachsende Bäume zeigen die Tendenz, sehr bald und sehr stark zu fruchten. Dies kann zunächst als wünschenswert bezeichnet werden, weil man schon bald nach der Pflanzung das erste eigene Obst ernten kann. Darunter aber leidet die Notwendigkeit, dass sich der junge Baum zunächst einmal ein solides Traggerüst schaffen muss. Unter der Last eines starken Fruchtbehangs ist der Baum dazu nicht mehr im Stande.

Die Folge ist, er kümmert mit meist total deformierter Krone vor sich hin. Hier hilft nur noch eines, herunter mit den Früchten schon im Frühsommer. Bestenfalls kann man noch einige wenige Früchte belassen. Der frei werdende Saftstrom kann nun zum dringend erforderlichen Kronenaufbau benutzt werden.

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